Die Alte Pinakothek München ist eine der bedeutendsten Gemäldegalerien der Welt – mit über 700 Meisterwerken von Dürer, Rubens, Rembrandt und Raffael. Sonntags für 1 Euro, Kinder immer frei.

Die Alte Pinakothek zählt zu den bedeutendsten Gemäldegalerien der Welt. Gegründet auf die Leidenschaft der Wittelsbacher für Kunst, 1836 von König Ludwig I. eröffnet und vom Architekten Leo von Klenze in monumentalem klassizistischem Stil entworfen, beherbergt sie heute über 700 Gemälde aus einer Sammlung von mehreren tausend Werken – alles europäische Malerei vom 14. bis zum 18. Jahrhundert.
Das Gebäude selbst trägt die Narben des Zweiten Weltkriegs sichtbar: Nach schweren Bombenschäden entschied sich Architekt Hans Döllgast beim Wiederaufbau bewusst gegen eine Rekonstruktion – fehlende Fassadenteile wurden mit unverputztem Ziegelmauerwerk ersetzt. Geschichte verstecken war keine Option. Heute gehört dieses ehrliche Gebäude zu den eindrucksvollsten Zeugnissen des Wiederaufbaus in München.
Hinweis: Da die Neue Pinakothek gegenüber seit Jahren wegen umfangreicher Sanierung geschlossen ist, sind derzeit auch ausgewählte Meisterwerke des 19. Jahrhunderts – von Turner über Monet bis van Gogh – im Erdgeschoss der Alten Pinakothek zu sehen. Wer kommt, bekommt also gerade zwei Pinakotheken in einer.
Die Sammlung liest sich wie ein Who's who der europäischen Kunstgeschichte. Zu den absoluten Highlights zählen Albrecht Dürers Selbstbildnis im Pelzrock von 1500 – eines der ungewöhnlichsten Porträts der Renaissance überhaupt –, Rembrandts jugendliches Selbstbildnis, Rubens' gewaltige Schlachtengemälde und Altarbilder sowie Raffaels Madonna-Darstellungen. Dazu Werke von Leonardo da Vinci, Tizian, Botticelli, Rogier van der Weyden, Jan Brueghel, Velázquez und Murillo.
Die Sammlung ist nach Schulen und Epochen gegliedert: Altdeutsche, Altniederländische, Flämische, Italienische, Spanische und Französische Malerei – ein vollständiger Rundgang durch die Geschichte europäischen Sehens.
Die Alte Pinakothek ist ein klassisches Gemäldemuseum – man schaut, staunt und lässt sich von Jahrhunderten Kunstgeschichte umhüllen. Gleichzeitig gibt es eine kostenlose WebApp namens Alte Pinakothek UNFRAMED, die über das Smartphone sechs Touren für Erwachsene, vier Touren für Kinder und einen Rundgang in Leichter Sprache bietet – vor, während und nach dem Besuch. Dazu kommen regelmäßige öffentliche Führungen, Audioguides, Workshops und Dialoge. Jeden Sonntag stehen Vermittlerinnen und Vermittler in den Sälen bereit, die spontan Fragen beantworten. Online-Führungen runden das digitale Angebot ab.
Mit der richtigen Vorbereitung ja. Die Pinakotheken bieten an Wochenenden und in den Ferien Kinderführungen, Familienworkshops und interaktive Zeichenkurse an. Beim Familienworkshop Wie Bilder erzählen etwa werden Kinder mit dem Kamishibai-Papiertheater zu Geschichtenerzählern alter Meisterwerke. Die kostenlose Kinder-WebApp führt mit vier eigens entwickelten Touren spielerisch durch die Sammlung. Kreativhefte zum Mitmachen und Erforschen sind ebenfalls verfügbar. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben in allen Häusern der Bayerischen Staatsgemäldesammlungen freien Eintritt.
Die Alte Pinakothek liegt im Kunstareal München, unweit des Königsplatzes.
Adresse: Barer Straße 27, 80799 München
Erreichbar mit Tram 27 oder 28 bis Pinakotheken, U-Bahn U2/U8 bis Theresienstraße oder U3/U6 bis Odeonsplatz, sowie Bus 100 bis Pinakotheken.
Dienstag und Mittwoch: 10:00 – 20:00 UhrDonnerstag bis Sonntag: 10:00 – 18:00 UhrMontag: geschlossen
Geschlossen an Faschingsdienstag, 1. Mai, Heiligabend, 1. Weihnachtstag und Silvester.
Erwachsene zahlen 9 Euro, ermäßigt 6 Euro. Am Sonntag gilt der beliebte Einheitspreis von 1 Euro. Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren haben immer freien Eintritt. Das Kombiticket für alle vier Häuser – Alte Pinakothek, Pinakothek der Moderne, Museum Brandhorst und Sammlung Schack – kostet 12 Euro und gilt an einem Tag. Eine Jahreskarte für alle Häuser ist ebenfalls erhältlich.
Absolut – für alle, die sich für europäische Malerei interessieren, ist die Alte Pinakothek eine der besten Adressen weltweit. Wer gerade in München ist, sollte den Sonntagseintritt für 1 Euro nutzen, um sich einen ersten Eindruck zu verschaffen. Wer tiefer einsteigen will, plant mindestens zwei bis drei Stunden ein.
Tipp: Aktuell befinden sich wegen der Sanierung der Neuen Pinakothek auch Meisterwerke des 19. Jahrhunderts im Haus – von Caspar David Friedrich bis van Gogh. Ein Besuch lohnt sich damit gerade doppelt.